Christine Perseis

Figuren voller Kraft und Schönheit

Ihre Werkzeuge sind Kettensäge und Schweißbrenner, ihre Skulpturen sind bis zu vier Meter hoch. Die Botschaft ist immer die eine: ein Frauenthema – die verlorene Normalität des Körpers.

Christine Perseis stammt aus einer ländlichen Großfamilie: Die Mutter töpferte und der Vater schreinerte die Möbel in der eigenen Werkstatt. Nützliche Dinge wurden geschaffen, das Thema Kunst war im Hause Perseis nie ein Thema. Ihre Entscheidung, Grafikerin zu werden, forderte von ihr viel Durchsetzungskraft. Und dann auch noch den gut dotierten Job in einer Marketingfirma aufzugeben, das war mutig – aber zurückblickend der einzig richtige.

Im Alter von 32 habe sie den Job am PC als Stillstand empfunden, „ich hatte ihn schlichtweg satt“,  bekennt die Künstlerin bei meinem Besuch in ihrem Berchtesgadener Atelier. Bei einem ersten Symposium rund ums Holz erlebte sie wie es ist, mit den Händen zu arbeiten und etwas zu schaffen. Sie habe dies „als wahren Luxus“ erlebt.  Ihr sei’s Herz aufgegangen „und es wurde zum Vulkan“, erzählt sie. Das alles ist nun sieben bis acht Jahre her und eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei in Berchtesgaden sowie die Meisterschule in Hallein bei Salzburg liegen hinter ihr.

Christine Perseis ist angekommen in der Bildhauerei – Kettensäge und Schweißbrenner zählen zu ihren liebsten Werkzeugen und auch vor Größe schreckt sie nicht zurück, die Stahlskulptur  „BIG“ misst über vier Meter.

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Arbeiten – es sind Frauen, die nicht dem Ideal von Schönheit entsprechen, sondern selbstbewusste Frauen, die die Normalität des Körpers leben und in dynamischen Posen dargestellt werden. In Bronze gegossen stehen Sie dann in einem Freizeitbad in Ried im Innkreis als „Quellnymphe“ oder als „Neptuna“.

Man spürt die Kraft in ihren Werken

Christine Perseis gibt alles, wenn Sie an Ihren Objekten arbeitet, schwere Stahlplatten werden zu einem riesigen Diamanten verschweißt, aus einem Stamm Walnussholz eine filigrane Skulptur in Form einer abstrakten Acht gesägt, geschnitzt und geschliffen. Sie folgt dabei den Maserungen des Holzes und lässt sich ganz intuitiv leiten.

Die Skulpturen haben eine positive Leichtigkeit und senden an den Betrachter ein Gefühl von Freude und Kraft. Am besten machen Sie sich selbst ein Bild davon.

Einzelausstellung im Kulturmodell Passau. Vernissage am 10.08. - Dauer bis zum 02.09.

Einzelausstellung Künstlergilde, Ried im Innkreis; Vernissage am 05.09. – Dauer bis 13.10.

Acht – Infinity, aus einem Stamm Wallnussholz 160 cm

Quellnymphe, Bronze patiniert 170 cm