Gehirntraining für Senioren

Eine Runde Tango gefällig?

Ja wirklich, Tanz fördert nachweislich die Bildung von Synapsen im Gehirn. Synapsen sind die Stellen, an denen eine Nervenzelle mit der anderen in Kontakt steht.

Das Wichtigste, um im Alter eine gute Lebensqualität  aufrecht zu erhalten, sind körperliche Mobilität und eine intakte Gehirnleistungsfähigkeit. Beides zusammen befähigt uns, voll am Leben teilzunehmen und im sozialen Kontakt mit anderen zu sein.

Wir werden immer älter, die demographische Veränderung im Sinne der Überalterung ist Fakt, vielerorts sind mehr als 50 % der Bevölkerung über 60.

Die Gehirnleistung ist abhängig von der Durchblutung, so dass es für die Aufrechterhaltung der kognitiven Fähigkeiten ganz wesentlich ist, durchblutungsverschlechternde Faktoren zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Dazu gehören hohe Cholesterin- und Blutzucker-Werte, Bluthochdruck, Nikotinabusus und Übergewicht. Alkohol wirkt nerventoxisch,  es gilt also je weniger, desto besser.

Die Nervenzellen werden durch ausreichend Vitamine gestärkt, insbesondere B-Vitamine und Folsäure. Eine vitaminreiche Ernährung mit Mischkost mit einem hohen Obst-und Gemüseanteil unterstützt ganz wesentlich. 20 Prozent der Nahrungsenergie, die wir zu uns nehmen verbrauchen die Gehirnzellen für ihren Stoffwechsel.

Brainfood – gehirnleistungsfördernde Ernährung

Vitamine B 1, B 6, B 12 und Folsäure sind für die Nervenbotenstoffe unerlässlich.Vollkornprodukte, fettarmes Fleisch, Lebertran, Nüsse und Kohl sind hier geeignet.

Vitamin C, E und Betacarotin schützen die Gehirnzellen, Kiwis, Paprika, Broccoli, Karotten, Fenchel und Aprikosen sind voll davon, Weizenkeime enthalten viel Vitamin E.

Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel, was für das Gehirn besser ist als kurzfristige hohe Blutzuckerspiegel, wie sie durch Vollmilchschokolade, Traubenzucker und Weißbrot entstehen. Besser geeignetere Snacks sind Bananen, Äpfel und Beeren.

Für eine konstante gute Versorgung der Gehirnzellen sorgen langkettige Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Kartoffeln, Obst und Gemüse.

Eine Trinkmenge von 2-3 Liter (Vorsicht bei Herzschwäche!) und ausreichend frische Luft sorgen für gute Sauerstoff-Versorgung.

0,8 g Eiweiß pro kg sind  erforderlich für die notwendigen Aminosäuren, aus denen die

Gehirnbotenstoffe gebildet werden, die die Kommunikation zwischen den verschieden Gehirnarealen ermöglichen. Gute Eiweißquellen sind Roggenvollkornbrot, Mais Sojabohnen, Kichererbsen, Linsen und Bohnen. Tryptophan ist in Käse, Erdnüssen, Studentenfutter , Eiern, Fleisch, Fisch und Haferflocken enthalten; es wird zur Serotoninbildung benötigt.

Glutamin unterstützt die Gedächtnisleistung mit Milch, Milchprodukten, Fleisch, Fisch Käse Bananen und rotem Gemüse. Omega 3 Fettsäuren (ungesättigte Fettsäuren) sind nötig für die Schutzschicht der Nervenbahnen und die Reizweiterleitung. Sie finden sie in Raps- Lein, Soja- und Walnuss-Öl, Lachs Hering, Makrele , Mandeln und Nüssen.

Achtung! Fettes Fleisch, Fertiglebensmittel und Knabbereien stören die Gehirnleistung.

Woran erkennen Sie eine schlechte Durchblutung des Gehirns?

Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, verlangsamtes Denken, im Gespräch mehrfach den roten Faden verlieren, gestörter Wach-Schlaf Rhythmus, Schwindel, Kreislaufprobleme und schlechteres Hören.

Gedächtnis fördernde Substanzen aus der Natur sind:

Grüner Tee, Gingko, Ginseng (wirkt auch auf die Feinmotorik), Hafer und Grünkern nach  Hildegard von Bingen und das Gewürz Curcuma mit seiner intensiven orangen Farbe. Es wird in der ayurvedischen Medizin schon seit Jahrzehnten als Heilmittel verwendet. Es schützt das Gehirn vor Alzheimer, löst Eiweißablagerungen auf und fördert den Aufbau neuer Gehirnzellen. Eine neue Studie beweist auch seine Wirkung, Schäden im Gehirn, die von langjährigem Alkoholmissbrauch verursacht wurden, rückgängig zu machen. Für eine  ausreichende Dosis ist die orale Einnahme als Kapsel im Sinne eines Nahrungsergänzungsmittels geeignet; hier empfiehlt sich Curcuma 500 mg plus Piperin 1 x tgl.

Gehirnleistungstraining

Jenseits des 40. Lebensjahres macht sich das abnehmende Erinnerungsvermögen im Alltag bemerkbar. Doch das Gehirn ist trainierbar und sogar verbesserbar bis ins hohe Alter. Übrigens stört eine andauernde Informationsflut das Gehirn, machen Sie das Handy mal aus, das ist gut für das Gehirn.

TIPPS:

* Neue Wege gehen, nicht immer den selben, den man schon fast im Schlaf kennt.

* Abwechslung im Alltag, statt Müsli mal ein Brötchen, statt Fernsehen Sport o.a.

* Infos bündeln, d.h. Einkaufslisten nach Themen zusammenfassen, z.B. Küche, Bad o.a.

* Auf eine Sache konzentrieren, weg vom Multitasking!

* Leute einladen

* Instrument spielen, Noten in Melodien zu verwandeln, fördert neue Synapsen

* Ausreichend Schlaf ohne Schlafmittel fördert das Gedächtnis

* Urlaub von 2 Wochen hat optimalen Erholungswert (Stresshormon Cortisol sinkt)

* Koffein kontrolliert (1-3 Tassen) fördert den Informationstransfer vom Kurzzeit in das Langzeitgedächtnis

Es gibt von verschiedenen Anbietern wie VHS und sozialen Einrichtungen Gehirnjoggingkurse. Fragen Sie doch auch Ihren Neurologen um Rat.

Kostenfrei und ganz einfach erhältlich für jeden:

Puzzle, Memory-Spiel, Kreuzworträtsel. Bilder merken (versch. Bilder werden gezeigt und gemerkt, nach einiger Zeit soll das Bild erkannt werden, das vorher gezeigt wurde). Buchstabenzoo (Wörter zusammensetzen und Wortteile aufgelisteter Worte erkennen). Platzkontrolle (in einem Muster von Symbolen 3 gleiche finden). Nicht alles auf einen Zettel schreiben – 3 Sachen merken. Jeden Tag eine Strophe von einem Gedicht merken. Klavierspielen o.a. Instrument, malen, handarbeiten, tanzen und Fremdsprache lernen.

Alles Gute für Sie und Ihre Gesundheit, Dr. med. C. Engel