Traditionelle bayerische Küche auf Sterne-Niveau

„Huberwirt“ in Pleiskirchen: Alexander Huber

Seit 400 Jahren wird der „Huberwirt“ als Familienbetrieb geführt. Seit 2014 schmückt sich sich das Restaurant im kleinen Pleiskirchen im oberbayerischen Landkreis Altötting mit einem Michelin-Stern.

Zu verdanken ist dies Alexander Huber. Nachdem der junge Koch die Küche des traditionsreichen und seit elf Generationen familiengeführten Betriebes übernahm, schaffte er es, den elterlichen Gasthof zu einer gastronomischen Topadresse zu machen.

Genuss, Kultur und Lebensfreude werden hier seit jeher gelebt und zelebriert.

Mit seinem außergewöhnlichen Gespür für Geschmack und Aromen zaubert Alexander Huber kreative Gerichte, die es nur beim Huberwirt gibt. Er verlässt sich dabei auf ausgesuchte heimische Produkte, die in Frische und Qualität überzeugen. Auf exotisches und Extravaganzen verzichtet er dabei ganz bewusst und setzt lieber heimisches Gemüse, bayerische Garnelen, Chiemsee-Fische oder das Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gekonnt in Szene.

Regionalität ist bei Alexander Huber keine Werbefloskel, sie findet sich auch auf jedem Teller wieder, denn seine Küche ist modern, innovativ und voller Überraschungen.

Ein genüsslicher Mittag beim „Huberwirt“

Wir hatten uns für ein 5-Gang Genussmenü entschieden und waren schon sehr gespannt. Unser Appetit war groß, denn wir hatten nicht gefrühstückt, und die Kirchturmuhr von Pleiskirchen zeigte bereits auf 13 Uhr.

Zum Aperitif wurden dreierlei Brotsorten mit würziger Butter und einem wunderbaren Kalbsaufstrich serviert. Es folgte ein Gruß aus der Küche mit gebeizter Lachsforelle und Austerneis – einfach köstlich.

Erster Gang: Marinierter Pistole Zander, Paprika, vietnamesischer Koriander, Zwiebel und auf einem zweiten Teller angerichtet „Zockerbrot“ vom Berkshire Schwein mit Kren, Radi, Ei und  Schnittlauch. Eine wunderbare Kombination aus bayerischer Küche und einem Hauch von Asien.

Zweiter-Gang: Lauwarme Chiemseerenke und Krebserl, Gurke, Tomatengelee und Joghurt. Leicht und erfrischend, ein Genuss mit einem Glas Riesling aus Rheinhessen.

Als Zwischenmoment wurde etwas ganz besonderes gereicht – eine Karotte im Heumantel gedünstet, mit Kukuruz zu einem lauwarmen Huchen und einem Hefejus. Das schmeckte genial.

Als große Genussmomente wurde uns jeweils serviert:

Bayerisches Ochsenfilet in Holleressigjus mit Hollernocken, Topinambur und Reherl.

Und meine Begleitung entschied sich für bayerischen Frischlingsrücken in Gewürz-Walnussbutter mit Blumenkohl, Mangoldröllchen und Grammelknöderl.

Wir waren begeistert und froh zugleich darüber, an diesem Tag das Frühstück ausgelassen zu haben.

Zum Dessert wurde ein weiterer Gruß aus der Küche gereicht. Weiße Schokolade, mit rotem Klee, Roter Beete Mouse und einer feinen Heumilchsoße. E folgte: Cru Udzwunga 70 Prozent von Original Beans (Schokolade aus Tansania) mit Weinbergpfirsich, Petersilieneis und Creme Fraiche. Wunderbares Petit fours gab es zum abschließenden Espresso.

„Mei, war des guad“, war der knappe Kommentar meiner Begleitung, bevor wir gut gelaunt den Ort zu einem ausgedehnten Spaziergang verließen.

Ein Interview mit Alexander Huber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Chiemgau Land und Leute!