Alpenstadt Bad Reichenhall

Festival Alpenklassik und International Summer School

Zum sechsten Mal finden 2018 die Meisterkurse der Hochschule für Musik und Theater München mit weltbekannten Solistinnen und Solisten in Bad Reichenhall statt – in der International Summer School.

Eingebettet sind die für Gasthörer zugänglichen Meisterkurse in das Festival „AlpenKlassik“, bei der nachmittägliche Kurkonzerte ebenso auf dem Programm stehen wie allabendliche Orchester- und Kammermusikaufführungen. Den Auftakt zur Festwoche macht am 24. August die „Philharmonische Klangwolke“, welche die Bad Reichenhaller Philharmoniker in der ganzen Stadt erklingen lässt.

International Summer School

Von 25. August bis 1. September findet die International Summer School der Hochschule für Musik und Theater München – zusammen mit ihren Partnern Bayerisches Staatsbad Kur-GmbH Bad Reichenhall  und Bayerisch Gmain und Bad Reichenhaller Philharmoniker – in Bad Reichenhall statt.

Gegründet 2013, zieht die Summer School Jahr um Jahr hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt an. Ausgelegt sind die Meisterkurse für Studierende der deutschen und internationalen Hochschulen sowie für junge Berufsmusikerinnen, die sich für Vorspiele, Wettbewerbe etc. gezielt vorbereiten möchten. Neben dem Unterricht erhalten die Teilnehmenden die Chance, in Kammer- und Orchesterkonzerten des regulären Konzertprogrammes der Festwoche „AlpenKlassik“ aufzutreten.

Das Festival „AlpenKlassik“

Die Kurstadt Bad Reichenhall   besitzt nicht nur mit dem Königlichen Kurgarten und dessen prunkvollen Spielstätten eine malerische Kulisse, sondern blickt auch auf eine lange musikalische Tradition zurück und stellt mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern das einzige philharmonische Kurorchester in Deutschland, das heuer zudem sein 150-jähriges Bestehen feiert.

Das fulminante Finale bildet am 1. September das Abschlusskonzert. Zusammen mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern spielen ausgewählte Meisterstu-dentinnen der International Summer School unter der musikalischen Leitung von Christoph Adt. Mit dabei als Solisten und Dozentinnen sind die Flötistin Andrea Lieberknecht und ihr Partner – der Fagottist Dag Jensen. Lassen Sie sich mit dem nachfolgenden Interview einstimmen auf ein Kulturereignis besonderer Art.

Dag Jensen ist heuer zum wiederholten Male Dozent der Alpenklassik Summer School

Der norwegische Fagottist Dag Jensen ist Professor für Fagott an der Hochschule für Musik und Theater München und an der Norwegian Academy of Music Oslo. Zur International Summer School kommt er heuer wieder als Dozent und Konzertsolist. Im Gespräch gibt er Auskunft über seine Konzertauftritte und den Unterricht in der Meisterklasse.

Herr Jensen, wodurch unterscheidet sich die Summer School in Bad Reichenhall von anderen Meisterklassen, für die Sie vielerorts unterwegs sind?

Der Unterschied besteht in erster Linie darin, dass die Studenten ihre Dozenten im Konzert erleben können. Das gibt es sonst nirgends. Und zum Zweiten, dass das Ambiente des Ortes sehr schön ist. In Bad Reichenhall kann man neben harter Arbeit auch etwas für den Geist und die Entspannung tun. Da bietet sich auch das Wandern in der Natur an. Wir haben das letztes Mal sehr genossen, haben sogar im Anschluss noch einen Urlaubstag eingelegt und sind auf den Predigtstuhl hinaufgefahren.

Das Fagott ist ein wichtiges Orchesterinstrument. Wie sind die Berufsaussichten für die Studierenden?

99 Prozent der Studenten wollen ins Orchester. Die Hauptkonzentration liegt somit auf der Vorbereitung zum Probespiel und darauf, dass die Technik auf dem Stand ist, um in großen Orchestern mithalten zu können, technisch wie musikalisch. Aber leider werden in allen musikalischen Fächern mehr Musiker ausgebildet als es Stellen gibt. Das ist bedauerlicherweise auch eine politische Entwicklung, die darauf abzielt, Orchester zusammenzulegen oder gar aufzulösen. Damit geht leider ein Stück Orchesterkultur immer mehr verloren.

Wie steht es um die solistischen Möglichkeiten und diesbezügliche Literatur für Fagott?

Die soll man nicht unterschätzen. Vivaldi hat allein 39 Fagottkonzerte komponiert. Schöne Literatur gibt es von Mozart, Carl Maria von Weber, auch von Carl Stamitz oder sogar Rossini hat für Fagott geschrieben. Im 20. Jahrhundert Hindemith, Richard Strauss, Karlheinz Stockhausen und andere.?Sei spielen bei der Alpenklassik im Orchesterkonzert das Fagottkonzert von Carl Maria von Weber und im Kammerkonzert die Sonate G-Dur für Fagott und Klavier von Camille Saint -Saëns.

Was ist charakteristisch an diesen Werken?

Das Konzert von Weber ist ein ausgewachsenes, sehr schönes Konzert, virtuos und melodisch, in dem man den Opernkomponisten von Weber sehr gut heraushört. Er schrieb wunderbare Kantilenen, in denen das Fagott herrlich singen kann, wie eine Opernarie, gespickt mit virtuosen Läufen und Wendungen. Es ist sehr unterhaltsam, aber auch mit spielerischer Herausforderung. Die Sonate ist ein Spätwerk von Saint -Saëns, in seinem Todesjahr komponiert, in dem er eine Trilogie für Oboe, Klarinette und Fagott schuf. Die Sonate ist ein zentrales Standardwerk für Fagott mit gesanglicher Melodik.

Nochmals zu den Studierenden: Ist der Unterricht hauptsächlich auf die spieltechnischen Verbesserungen ausgerichtet oder geben Sie auch künstlerische und praxisbezogene Ratschläge?

Das ist von Student zu Student verschieden, je nach Niveau. Manche sind sehr weit fortgeschritten, da geht es mehr um Feinschliff, musikalische Feinheiten und praktische Hinweise für Probespiele, Auftreten oder Verhalten bei Wettbewerben. Bei anderen ist es notwendig, auf die Technik einzugehen und zu versuchen, ihnen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen. Das Fagott hat zudem eine Besonderheit: Wir müssen unsere eigenen Mundstücke bauen. Das ist ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, an die Spitze zu kommen.

Das Interview führte Elisabeth Aumiller

Konzerthöhepunkte Festival AlpenKlassik

24.08., 20 Uhr, Philharmonische Klangwolke;

25.08., 19.30 Uhr, Eröffnungskonzert;

26.08., 19.30 Uhr, Kammerkonzert Nr. 1;

28.08., 19.30 Uhr, Kammerkonzert Nr. 2;

29.08. ,19.30 Uhr, Orchesterkonzert;

1.09., 19.30 Uhr, Abschlusskonzert – im fulminanten Finale des Festivals AlpenKlassik spielen die Besten der Besten zusammen mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern.