Deftig, resch und zart
Wirtshauskultur trifft bayerisches Schmankerl
In Sonnering ist ein Stück Bayern daheim. Im Wirtshaus „Angstl“ bruzzeln die besten Schweinshaxen im Lande am Grill. Das Ergebnis kann sich sehen, schmecken und hören lassen. Das wissen mittlerweile nicht nur die Einheimischen.
Bis zu 400 Hax’n grillt Udo Schäfer im Monat. Sein Wirtshaus in Sonnering bei Amerang hat sich vom Geheimtipp zum Treff für die Liebhaber der deftigen bayerischen Spezialität gemausert. Kein Wunder: Die Bedienung hat allerhand zu tun, wenn ein Hax‘n die Küche verlässt. Nachdem der Hauptdarsteller auf einem Brettl samt zweizackiger Gabel und scharfem Messer auf dem Tisch steht gesellen sich Knödel, Krautsalat, Sauerkraut, Kartoffelsalat und Soße dazu. Alles in extra Schalen, wie bei einem großen Familienfest.
Das Geheimnis seiner Hax’n: „Die richtige Temperatur ist das A und O“, sagt Schäfer. „Eine Haxn muss so kross sein, dass sie auch ein altes Weiberleut essen kann.“ Sein Tipp: „Gart man den Hax‘n langsam und gibt er am Ende ordentlich Hitze, dürrt er aus.“ Ansonsten braucht es nicht viel. Ein wenig Salz, natürlich ein schönes Fleisch und der richtige Schnitt für die Kruste. Ehrensache, dass auch die Beilagen aus der heimischen Küche des uralten Wirtshaus stammen.
Steht das Schmankerl dampfend am Tisch hört man die Gäste oft schnaufen. Eine solche Portion reicht für zwei gestandene Mannsbilder. Trotzdem: nicht jeder bekommt das Fleisch mit der unglaublich reschen Kruste – nur wer mindestens einen Tag vorher bestellt, der kann sich die Spezialität von Udo Schäfer schmecken lassen. „Alle anderen müssen hoffen, dass noch einer überbleibt“, lacht er.
Das urige Ambiente im 1636 erbauten damaligen Bauernhaus tut sein Übriges zur authentischen Atmosphäre. Hier wirkt nichts gespielt oder gar gekünstelt. Am Stammtisch sitzen die, die immer da sitzen, schnell kommt man ins Gespräch mit den Stammgästen und der Wirt gesellt sich auch mal zu seinen Gästen.
Soviel Gemütlichkeit kommt nicht nur bei den Einheimischen an: Sucht man im Internet nach den Besten Hax’n Bayerns, finden sich viele Kommentare die für den Wirt bei Amerang sprechen. „Wir haben Gäste aus München, die machen immer einen Autobahnabstecher zum Haxn-Angstl wenn sie in Richtung Salzburg unterwegs sind“, sagt Schäfer. Ihre Bestellung kennt er schon einen Tag früher – ein Hax’n-Gedeck für zwei.
Bericht: M. Fryzel
Fazit:
Beim Test vor Ort war der Schweinshax’n außen resch und innen saftig. Etwas zu salzig sorgt die bayerische Schweinerei vom Grill für einen ordentlichen Durst. Die Beilagen kamen frisch und heiß direkt aus der Küche auf den Tisch. Das Sauerkraut verdient seinen Namen – etwas mehr Süße würde den traditionellen Nebendarsteller des Hax’n merklich entschärfen. Für knapp 20 Euro werden locker zwei Personen satt. Richtig Spaß macht die Wirtshauskultur die in den Gasträumen herrscht. Schnell fühlt man sich wohl und jeder Stammtischler freut sich über einen kurzen Ratsch.







